Pfarramt Waldbrunn-Lahr 06479/325

 

Mit Jesus auf dem Weg

Es ist eine typische Straßenszene: Jesus und seine Jünger sind unterwegs und reden über die Menschen, mit denen sie zu tun haben.

Irgendwann nimmt die Unterhaltung eine Wendung. Jesus spricht von der Zukunft. Man werde ihn verfolgen und töten.

Petrus ist entsetzt. Das, was der Herr da ankündigt, das darf nicht sein, auf ihn haben sie ja ihr Leben aufgebaut. Wenn er sich nun in Gefahr begibt, droht das alles zusammen zu stürzen.

Petrus will Jesus - und vielleicht auch sich selbst und die anderen Jünger schützen. Die Reaktion Jesu lässt nicht lange auf sich warten.

Er weist Petrus zurecht: „Weg mit dir, Satan, ... du hast nicht im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen“.

So hart dieser Satz auch klingt, Jesus jagt Petrus nicht davon.

Es ist kein: „Mit dir will ich nichts zu tun haben“, die wörtliche Übersetzung der Zurechtweisung Jesu lässt eine andere Interpretation zu. Wörtlich übersetzt heißt es: „Geh weg, hinter mich“.

Mit der Formulierung „Hinter mich!“ werden im Markusevangelium die ersten Jünger berufen, zu ihnen gehört auch Petrus.

„Geh weg, hinter mich“ bedeutet nicht: „Mach, dass du fort kommst, du bist zu nichts nütze“, es heißt vielmehr: „Folge mir nach, reih' dich ein, wo dein Platz ist, und geh hinter mir her“.

Petrus wird von Jesus zurück in die Nachfolge geschickt, und es ist nicht das letzte Mal, dass Jesus ihn zurechtweisen muss. Petrus ist nämlich nicht nur ein begeisterter Anhänger Jesu, jemand, der voll und ganz auf ihn baut, er ist auch ein Hitzkopf.

Die Ankündigung des Leidens will er kaum akzeptieren - aber menschlich ist das verständlich.

Später, als man Jesus verhaften will, zieht er das Schwert und schlägt auf den Diener des Hohenpriesters ein, völlig vergessend, dass Jesus immer Verzicht auf Gewalt gepredigt hat.

Und als der Herr dann schließlich verhaftet ist, hat Petrus nicht den Mut, zu ihm zu stehen. Er verleugnet ihn dreimal, und auch unter dem Kreuz sucht man ihn vergeblich.

Petrus - der Hitzkopf, Petrus - der eifrige Jünger, Petrus - der Jünger voller Fehler, einer der immer wieder schwach wird, der seine Versprechen nicht einhält, der scheitert.

Petrus: ein Mensch genau wie du und ich! Mit allen Fehlern und Schwächen wie wir auch, und trotzdem von Jesus berufen, „Kephas“ zu sein, d.h. der Fels, auf dem die Kirche gebaut wird.

Ein wenig mag er wie eine tragische Gestalt wirken, dieser Mann, aber er steht letztlich für alle Christen. Begeisterung und Scheitern, glühender Glaube und hinter dem Geglaubten zurückbleiben, wer kennt das nicht?

Allen Schwächen und Anfechtungen zum Trotz gilt auch uns: „Geh weg, hinter mich“, reih' dich ein in die Nachfolge Jesu, auch dann, wenn du schwach geworden bist.

Wer mit Jesus unterwegs ist, darf auch stolpern; wichtig ist, dass er wieder aufsteht und wieder seinen Platz findet.

Mag sein, dass dieser Platz auch bitter sein kann, dass er das Kreuz provoziert, das der Christ auf sich nehmen soll.

Aber - es ist der beste Platz der Welt, hinter dem Herrn herzugehen, in Richtung der Herrlichkeit Gottes.

Quelle Text: Pfarrer Markus Bendel Quelle Bild:  Pfarrbriefservice

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