Pfarramt Waldbrunn-Lahr 06479/325

Nur zwei Münzen

Im Gleichnis, das Jesus im heutigen Evangelium erzählt, geht es um eine arme Witwe. Sie kommt zum Tempel, wo am Eingang immer der Opferkasten steht. Während viele Begüterte mehr oder weniger großzügige Spenden geben, wirft die arme Witwe, die kaum das Nötigste zum Leben hat, ihre letzten Münzen in den Kasten, alles, was sie noch an Geld hat.

So ein Unsinn, denken die Reichen. Wem nützt sie mit diesen wertlosen Münzen?

Und für sie war es das einzige, was sie noch besaß, dass „Nötigste zum Leben“, ihre „ganze Habe“. Sie selbst mag sich geniert haben, dass sie so wenig gab, Jesus aber lobte sie: „Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als alle anderen in den Opferkasten geworfen.“

Gott denkt anders als wir. Er schätzt die Gesinnung höher ein als den materiellen Wert.

Gott vermag in das Herz der Menschen zu sehen; und darum fällt sein Urteil über sie oft so ganz anders aus. Gott schaut ins Herz, und darum ist sein Urteil wahr, denn das Herz ist der Sitz der Liebe. Nur wer aus Liebe urteilt, urteilt richtig.

In diesen Tagen ziehen die Kinder mit Laternen und Fackeln durch unsere Straßen und ehren den Heiligen Martin. Es war eine große Tat, die dieser römische Offizier verrichtete, als er seinen Offiziersmantel zerriss und die Hälfte dem frierenden Bettler gab. Die Menschen spürten, dass dies christlich war, und darum haben sie das Andenken an diese Geste bewahrt und auf verschiedenste Weise nachzuahmen gesucht.

Aber war das nicht auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein - wie das Scherflein der Witwe im Tempel von Jerusalem? So hätte auch der Heilige Martin denken können. Wenn wir so denken bliebe viel Gutes in der Welt ungetan!

Auch heute gibt es Arme, Unterdrückte, Hungernde, Machtlose. Auch heute ist die Hilfsbereitschaft oft recht unterschiedlich verteilt. Das kleine Opfer der kleinen Leute ist zwar lobenswert, aber wir wissen auch, dass es allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

Die Großen, die die Macht hätten, wirklich etwas zu ändern, tun oft nicht das, was dazu notwendig wäre - aus welchen mehr oder weniger egoistischen Motiven auch immer.

Ein heutiges Gegenstück zur Witwe sind jene Menschen, die ohne großes Aufsehen für Andere da sind, die sich kümmern, die einfach helfen, wo Hilfe benötigt wird.

Vielleicht gerade da, wo Nachbarn einander zur Seite stehen, wo unzählige Helfer benötigt werden, die nie im Rampenlicht stehen werden. Aber auch in Ihrer und meiner Nachbarschaft.

Denken wir da aber auch an jene, die den Flüchtlingen geholfen haben …

Wie damals gibt es also auch heute solche und solche Menschen.

Was bleibt uns zu tun? Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, weil wir zu wenig tun, helfen niemandem. Resignation nach dem Motto: Ich kann sowieso nichts machen, ist auch keine Lösung.

Sehen Sie es positiv:

In einer Glücksstudie wurde unter anderem folgender Frage nachgegangen: Was unterscheidet die Menschen, die sich als überdurchschnittlich glücklich bezeichnet haben, von den anderen?

Die Antwort: Besonders glücklich sind die Menschen, die sich für andere engagieren, die anderen helfen. Also: Werden Sie glücklich!

Interessieren Sie sich für Ihre Mitmenschen. Helfen Sie dort, wo andere Hilfe brauchen und wo Sie helfen können.

Quelle Text: Pfarrer Markus Bendel Quelle Bild: https://www.kath-kirche-vorarlberg.at

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