Pfarramt Waldbrunn-Lahr 06479/325

Hirte sein

An diesem 4. Sonntag der Osterzeit hören wir Jesus im Johannesevangelium sagen: „Ich bin der gute Hirt…“

„Hirten“ nannten sich in der alten Zeit die Könige und Führer des Volkes. Jesus ist der „gute Hirt“. Im Licht des Osterereignisses offenbart dieses Wort seine tiefe Wahrheit: Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Seinen. Seither heißt Hirte sein: für andere leben, arbeiten, leiden: dem Leben dienen, der Wahrheit und der Einheit.

Die ersten uns erhaltenen Christusbilder zeigen Jesus vielfach als den guten Hirten. Im Stil antiker Grabmalerei zeigt es z.B. einen jungen Mann, der kraftvoll ein Schaf auf seinen Schultern trägt. 

Ähnlich wie der Psalmist in Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen…“ sein tiefes Vertrauen zu Gott zum Ausdruck bringt, so will der Maler des Hirtenbildes den Mitgliedern der christlichen Urgemeinde mitteilen: Du kannst dich auf ihn verlassen.

Ein jeder von uns hat schon einmal eine Schafherde ziehen sehen. Daran haben wir Menschen so ein Gefallen, dass wir am Straßen- oder Wegrand stehen bleiben und uns anschauen, in welch geordnetem Maße sie alle laufen. Der Stimme des begleitenden Hirten vertrauen sie und folgen ihm auf den Weg. Etwaige Ausreißer hören die Worte des Hirten und gliedern sich wieder in die Herde ein. Nur in besonderen Fällen kommt der Hirtenhund zum Einsatz.

Da stelle ich mir die Frage, wer lebt das entgegengebrachte Vertrauen mehr aus, der Mensch oder das Schaf?

Dieses Idyll, ja, sagen wir dieses Hirtenidyll, soll uns nicht unbedingt vor Augen führen wie gut sich Hirte und Schafe verstehen. Vielmehr soll es uns zu verstehen geben, wie intensiv die Beziehung von Gott und Jesus Christus zu uns Menschen sein kann. 

Der Evangelist Johannes bringt dieses besondere Verhältnis Jesu zu den Seinen mit dem Wort „Kennen“ zum Ausdruck; man kennt sich, weiß was man voneinander hat.

Ein Beispiel oder ein Bild für das Hirte-Sein heute kann ein Trainer, meinetwegen ein Fußballtrainer sein. Er kennt sehr gut, die Stärken und Schwächen seiner Spieler. Dementsprechend fördert er seine Spieler, setzt sie nach ihren Fähigkeiten ein, um so den Sieg zu erreichen und das Beste herauszuholen.

Aber - stimmt der Vergleich: Jesus ein Trainer - ein Fußballtrainer? Wohl kaum. Im Unterschied zu einem Trainer ist Jesus derjenige, der nicht nur seine Mannschaft durch und durch kennt, er ist auch derjenige, der sich unter Einsatz seines eigenen Lebens für die ihm anvertrauten Menschen einsetzt. 

Damit stoßen wir auf die zentrale Botschaft des Evangeliums: Wir Christen glauben, dass Gott - und somit auch Jesus, der auferstandene Herr, - sich ganz in den Dienst des Menschen stellt, alles daransetzt, die Menschheit aus Sünde und Tod zu befreien.

Der Evangelist Johannes beschreibt das mit folgenden Worten: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“. 

Gott im Dienste des Menschen! Was für eine Botschaft!

Mit dieser Botschaft geht aber auch die Einladung an uns einher: Tut dies zu meinem Gedächtnis!

Ja, Jesu Mission ist unsere Mission. Wie er, kann ein jeder von uns Hirte für andere werden. Sein Tun im Blick, seinem Beispiel folgend, kann jeder von uns etwas bewirken.

Nur Mut! ER bleibt bei uns! 

Quelle Text: Pfarrer Markus Bendel Quelle Bild: https://de.wikipedia.org

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