Pfarramt Waldbrunn-Lahr 06479/325

Die Aussendung der Zwölf

Im Evangelium nach Markus, das uns an diesem Sonntag verkündet wird, lässt Jesus die Apostel je zu zweit zu den Menschen gehen. So einfach ist das!

12 Jünger - geteilt durch 2 - macht 6. Kleine Gruppen. Oder Grüppchen. So ziehen sie von Dorf zu Dorf, von Siedlung zu Siedlung.

Sie kommen nicht im eigenen Namen, sondern zu zweit, und zwar weil Jesus selber sie ausgesandt hat. Der Name Apostel bedeutet ja so viel wie Gesandter. Jesus selber ist auch ausgesandt, und zwar vom Vater im Himmel.

Wenn die Apostel also je zu zweit zu den Menschen kommen, dann zeigen sie damit:

Sie sind von Gott durch seinen menschgewordenen Sohn ausgesandt. Es muss also etwas Wichtiges sein, das sie verkünden und vollbringen sollen.

Was sollten die Apostel verkünden? Es heißt schlicht im Evangelium: sie „riefen die Menschen zur Umkehr auf“. Umkehr heißt Gesinnungsänderung.

Modern gesagt geht es um eine Wende hin zum Besseren. Dabei sollen sich nicht nur die äußeren Verhältnisse oder Strukturen ändern, sondern vor allem das Herz des Menschen.

Die Botschaft von der Umkehr schließt in der Verkündigung Jesu und der Apostel die Absage an all das mit ein, was böse ist und uns von Gott und von den Mitmenschen trennt.

Zugleich geht es um die Hinwendung zu allem guten, vor allem zu Gott, der die Quelle des Guten ist.

Welche Werke aber sollten die Apostel vollbringen? Auch hier gibt uns das Evangelium Auskunft: Es geht um die Heilung der Menschen von ihren leiblichen und seelischen Beschwerden.

Denn Jesus „gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben“. … „Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.“

Heute setzt diesen Dienst der Apostel die Kirche fort. Sie soll ja das Wort Christi den Menschen aller Völker und Zeiten verkünden.

Die Kirche hat aber auch einen Heilungsauftrag, den sie vor allem durch die Sakramente erfüllt.

Auf diese Weise werden die Menschen im Bußsakrament von den Sünden losgesprochen und in der Krankensalbung gestärkt für die durch Krankheit gegebene Prüfung.

Jedoch wirkt Christus der Herr selber durch seinen Heiligen Geist in den Herzen der Menschen.

So ereignet sich Großes, auch wenn wir es nach außen hin nicht wahrnehmen! Es sind oft die scheinbar kleinen Dinge, welche die Welt verändern.

Je zwei Apostel genügen, um den Menschen die frohe Botschaft vom Himmelreich zu bringen.

Gerade die Urlaubs- und Erholungszeit bietet uns die Chance, wieder aufmerksam zu werden für das Wesentliche in unserem Leben.

Geben wir dabei auch dem Wort Gottes eine Chance, wie wir es in der Heiligen Schrift finden und wie es uns die Kirche verkündet.

Dieses Wort wird wachsen in unserem Herzen, wenn es gläubige Aufnahme findet und wenn wir es mit Liebe immer wieder erwägen und bedenken.

Es ist ein Licht für unseren Weg, und unser Herz wird mit Freude und Hoffnung erfüllt.

So machen auch wir uns wie die Apostel auf den Weg, denn wir sind vom Herrn selber in Taufe und Firmung ausgesandt als Boteninnen und Boten seiner Liebe zu jenen Menschen, denen gerade wir die frohe Botschaft durch unser Wort und Leben kundmachen können!

Christus braucht uns. Er hat sich im Brot so sehr erniedrigt, dass er auf uns angewiesen ist, um seine Mission fortzusetzen.

„Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun. Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen. Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen. Wir sind Gottes Botschaft, in Taten und Worten geschrieben“.

Er will durch und mit uns unter den Menschen sein.

Daher ist das Ite-missa-est ein Sendungsauftrag: Geht hinaus und gebt die Liebe Gottes weiter.

Quelle Text: Pfarrer Markus Bendel Quelle Bild:  https://gregrowles.wordpress.com/2015/07/11/fifteenth-sunday-in-ordinary-time-sunday-july-12-mark-67-13/

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