Pfarramt Waldbrunn-Lahr 06479/325

Pallottinerpater Richard Henkes  

Dieses Jahr steht ganz im Zeichen der Seligsprechung von Pater Richard Henkes.

Bevor Pater Richard Henkes aufgrund seines Martyriums selig ist, fehlt noch ein Schritt: die Seligsprechung selbst im Limburger Dom.

Papst Benedikt XVI. entschied im Jahr 2005, dass Seligsprechungen in den Ortskirchen und nicht mehr - wie dies seit 1662 der Fall war - in Rom vorgenommen werden.

Katharina Kasper beispielsweise wurde 1978 noch in Rom seliggesprochen. Mit Pater Richard Henkes wird die erste Seligsprechung bei uns im Bistum gefeiert.

Die Kirche ist reich an Vorbildern. Viele von ihnen haben sogar die Angst besiegt, die Menschen in Diktaturen niederdrückt. Einer dieser Menschen ist der Pallotinerpater Richard Henkes.

Pater Henkes erblickt am 25. Mai 1900 in Ruppach-Goldhausen (Westerwald) das Licht der Welt. Er will Missionar und Priester werden. Ab 1912 besucht er die Nachwuchsschule der Pallottiner in Vallendar-Schönstatt. 1919 tritt er in das Noviziat der Pallottiner in Limburg ein, studiert Philosophie und Theologie und wird am 6. Juni 1925 in Limburg zum Priester geweiht.

Seit 1931 war er als Prediger und Exerzitienleiter in Oberschlesien tätig. Da er deutlich das christliche Menschenbild, gegenüber dem des Nationalsozialismus betont, gerät er immer mehr in Konflikte mit dem Nazi-Regime. Mehrmals wurde er wegen regimekritischer Predigten bei der Gestapo angezeigt.

Im April 1943 wurde er in Ratibor wegen „Aufwiegelung des Volkes von der Kanzel“ - er hatte offen gegen den Abtransport von Kranken aus den dortigen Heilanstalten Stellung bezogen - verhaftet und ins KZ nach Dachau verbracht. 

Pater Richard Henkes, der die Angst vor Gestapo und Folter nicht aufkommen ließ, besiegte auch die Angst vor der Krankheit und dem Tod. Er kümmerte sich um Häftlinge aus Tschechien in der Typhusepidemie und ließ sich freiwillig in einem Quarantäneblock einschließen. 

Er infizierte sich und stirbt am 22. Februar 1945. So folgt er Christus bis zum Kreuz. Was für eine Glaubenszuversicht muss dieser Priester gehabt haben! 

Kann dieser Mann, der im 45. Lebensjahr gestorben ist, auch für mich heute ein Vorbild sein? Immerhin ist er schon 74 Jahre tot und die Welt hat sich seitdem grundlegend verändert.

Jede Zeit hat ihre eigenen Herausforderungen. Und dennoch glaube ich, es lohnt sich, mal reinzuschnuppern in das Leben eines Westerwälders, der auf den Ruf Gottes gehört hat.

Pater Richard Henkes, war jemand, der ein so tiefes Gottvertrauen hatte, dass er trotz existentieller Fragen immer wieder den Blick nach vorne gewagt hat und der im Vertrauen auf den mitgehenden Gott und die Gottesmutter Maria seinen Weg gehen konnte.

Es war nicht der Weg, den er sich vorgestellt hat.

Pater Henkes hat sich rufen lassen an die Stellen, wo Gott es für nötig befunden hat. Er hat viel im Laufe seines Lebens gelernt. Er hat lernen müssen, was es heißt zu seinem Wort zu stehen.  Er hat immer wieder zu den Menschen gestanden, die ihm anvertraut waren, egal ob es Schüler oder Menschen in der Pfarrei oder Gefangene waren.

In allem war ihm sein Glaube eine unendlich tiefe Quelle.

Manche Menschen, auch Priester, sind an den Zuständen in den Konzentrationslagern und dem, wie Menschen mit Menschen umgehen, zerbrochen.

Sein scheinbar unerschütterlicher Glaube war Pater Henkes Kraft, Stütze und Halt. Darum ist es gut, den neuen Seligen nicht auf ein Podest zu heben, sondern ihn anzuschauen und von ihm zu lernen: Wie kann Gottvertrauen auch heute - auch unter katastrophalen Bedingungen - gelingen. Wie kann ich aus der Beziehung zu Gott Kraft für die Herausforderungen im Alltag schöpfen?

Da tut es gut zu wissen: Es gibt noch mehr Menschen, die sogar mehr durchmachen müssen als ich. Und die vor allem in all ihrer Not, Gott nicht aus dem Blick verloren haben und in ihm eine feste Stütze und einen sicheren Halt gefunden haben.

Wir dürfen uns darüber freuen, dass Pater Richard Henkes - der sich der Bevormundung des Denkens und Glaubens in der Nazizeit mutig entgegen stellte - am heutigen 15. September im Limburger Dom in das Verzeichnis der Seligen der Kirche aufgenommen wird.

Seliger Pater Richard Henkes - bitte für uns! 

Text: Markus Bendel Bildquelle: https://glaube-hat-zukunft.de/wp-content/uploads/2018/10/Henkes-Givel-web.jpg

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