Pfarramt Waldbrunn-Lahr 06479/325

Taufe des Herrn -   Ich liebe Dich

Wir haben an Weihnachten das Kommen des Gottessohnes in unsere Welt gefeiert. Als Kind kam er in die Welt, angekündigt von den Engeln, besucht zuerst von den Hirten, später von den Weisen aus dem Morgenland.

Heute feiern wir das Fest der Taufe Jesu. Dazwischen liegt ein Zeitsprung von 30 Jahren. Jesus ist kein Kind mehr. Er ist längst erwachsen geworden.

Aber es geht wieder um das Kommen des Gottessohnes in unsere Welt. Jesus reiht sich ein in die Schar der Menschen, in die Schar der Sünder, damit Gott ihn herausheben kann, damit er ihn hervorheben kann: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ - Mein Geliebter!

Glauben Sie ja nicht, dass das Jesus kalt gelassen hat. Es hat sein Leben verändert. Mit dieser Zusage, mit diesem Vorschuss an Liebe geht er sofort daran, zu predigen, über Gott und sein Reich zu reden. Wovon das Herz voll ist, davon läuft der Mund über.

Jesus weiß sich von Gott geliebt. Darum ist ihm keine Arbeit zu viel, kein Weg zu weit, kein Kreuz zu schwer. Und er beginnt Zeichen zu tun, Wunder, die er sich vorher bestimmt nicht zugetraut hätte.

Jesus lebt förmlich davon, den Auftrag Gottes zu erfüllen: „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat.“

Er weiß sich aufs Innigste mit Gott verbunden: „Ich und der Vater sind eins.“ Jesus betet, er hält Zwiesprache mit Gott, seinem Vater, oft die ganze Nacht hindurch.

Vielleicht hielten ihn damals schon manche für verrückt, verrückt nach Gott. Aber er war nur verzaubert durch das Wort Gottes: „Ich liebe dich!“ - gesprochen bei der Taufe im Jordan.      

Hat Gott nicht auch zu uns das gleiche Wort gesprochen, bei unserer Taufe? Und sagt Gott es nicht immer wieder zu uns, die wir ja ebenfalls seine geliebten Kinder sind, seine Töchter und Söhne, seine Familie?

In der Taufe geschah nichts anderes, als dass Gott uns verwandelt hat, unserem Leben noch einmal eine neue Qualität gegeben hat, eine neue Richtung.

Du Menschenkind sollst es wissen: Du lebst auf Gott hin. Und du hast kein Verfalls-Datum mehr. Du hast einen bleibenden Wert für alle Zeit und Ewigkeit.

Es ist, als ob Gott seine Liebeserklärung jedem Kind gleichsam ins Stammbuch schreibt.      

Doch was mit einem Stammbuch so manches Mal geschieht, das wissen wir auch:  Man legt es achtlos beiseite, in den Schrank, in einen hinteren Winkel. Es gerät in Vergessenheit.

Geht es uns nicht auch so mit unserer Beziehung zu Gott. Nicht so wichtig! In der Ablage verschwunden!

Wir alle wissen: Liebesbeziehungen können auch zerbrechen, wenn sie nicht gepflegt werden oder wenn sie allzu oberflächlich begonnen haben. Es gibt ohne Zweifel Menschen, denen ist es gleichgültig geworden, ob Gott sie liebt oder nicht.

Schade darum, denn wer es bewusst erlebt, dass Gott ihn liebt, der lebt leichter und froher und zuversichtlicher; der ist ein anderer Mensch geworden.  

Das Zauberwort Gottes bleibt gültig und wird nicht mehr zurückgenommen. Gott wird sich selbst und auch uns nicht untreu.

Er nimmt lieber den Liebeskummer, die vergebliche Liebesmühe auf sich und wartet, wartet unentwegt auf unsere Gegenliebe.

Wenn dann auch wir Ja-sagen zu seiner Liebeserklärung, dann wird diese Liebe uns verwandeln bis hinein in die ewige glückliche Gemeinschaft derer, die Gott als seine geliebten Kinder angenommen hat.

Text: Markus Bendel Bildquelle: Buch „Jesus von Nazareth“ Eigentum Markus Bendel

 

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